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Chronik des Institut für Buchwissenschaft 1947-1997

Umformatierte HTML-Seite von Maja Kreikemeier und Antje Pürschel
1947 ff.
1947, 1949
1950 ff.
1950, 1954, 1955, 1957, 1958
1960 ff
1960, 1961, 1963, 1964, 1965, 1966, 1967
1970 ff.
1970, 1971, 1972, 1973, 1975, 1976, 1977, 1978, 1979
1980 ff.
1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989
1990 ff.
1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997

1947

Die Stadt Mainz stiftet der im Jahre 1946 neu gegründeten Johannes Gutenberg-Universität eine „Gutenberg-Professur". Dr. Aloys Ruppel wird zum Sommersemester 1947 als Honorarprofessor für Buch-, Schrift- und Druckwesen berufen und zum 1. Mai 1949 mit einer ordentlichen Professur betraut.

Dr. Aloys Ruppel war seit 1920 Direktor der Mainzer Stadtbibliothek und der mit ihr verbundenen Institutionen, dem Stadtarchiv, dem Münzkabinett und dem Gutenberg-Museum. Er war der Gründer und Herausgeber des Gutenberg-Jahrbuches seit 1926 sowie maßgebendes Mitglied des Vorstandes der Gutenberg-Gesellschaft. Er war der Fachwelt längst als hervorragender Gutenberg-Forscher bekannt und in Mainz wohl wie kein anderer dafür geeignet, dieses Fach an der Universität zu vertreten.
Das „Gutenberg-Seminar" war zunächst in der Stadtbibliothek, deren Direktor er bis 1950 blieb, untergebracht, dann im Gutenberg-Museum, dessen Leitung er bis 1962 innehatte. Es war daher am Anfang nicht notwendig, dem Stiftungslehrstuhl an der Universität ein eigenes Institut mit einer eigenen Bibliothek bereitzustellen.
Zu den ersten Studenten gehörte Hans A. Halbey (späterer Direktor des Gutenberg-Museums) und Reimar W. Fuchs (Verleger in Stuttgart).

Erste Lehrveranstaltungen:

  • Dr. Aloys Ruppel:
    Vorlesung: „Geschichte der Druckkunst und erste Ausbreitung der Typographie in den Ländern Europas"
    Seminar: „Übungen in wissenschaftlicher Methodik durch Lesen und Ausdeuten der Gutenberg-Urkunden"
  • Dr. Konrad Bauer:
    Vorlesung: „Einführung in die modernen graphischen Verfahren"
    Seminar: „Übungen über die Grundbegriffe des Schrift- und Druckwesens"

    Publikationen:

    Aloys Ruppel: Johannes Gutenberg. Sein Leben und sein Werk. 2. Aufl. Berlin 1947. Stanislaus Polonus. Ein polnischer Frühdrucker in Spanien. 1947.

1949 Umwandlung der Honorarprofessur in eine ordentliche Professur

Am 1. Mai 1949 wurde Prof. Dr. Ruppel zum ordentlichen Professor in Mainz berufen.
Es kam zu einer engen Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerke vom Kunstgeschichtlichen Institut der Universität. Mehrere Hauptfachstudierende der Kunstgeschichte wählten Buchwesen als Nebenfach, darunter Marianne Schwank (verh. Halbey) und Edith Hammer (verh. Holm). Zu den weiteren Studierenden aus dieser Zeit gehörten Peter Baader, Günter Richter, Hildegard Starp, Hans-Dieter Dyroff und Elisabeth Geck (spätere wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Dr. Helmut Presser am Gutenberg-Museum).
Das erste Gutenberg-Jahrbuch nach dem Krieg erscheint.

1950

Das Gutenberg-Seminar wurde offiziell Mitte Mai 1950 in der Stadtbibliothek eröffnet.

1954 Erste Promotion im Fach Buchwesen

Bei der Lehrtätigkeit stand Aloys Ruppel zuerst Konrad Bauer, der bekannte Fachmann auf dem Gebiete der Geschichte des Buchdrucks, als Lehrbeauftragter zur Seite. Vorlesungen und Übungen wurden aus fast allen Themen, die in den Umkreis der Geschichte des Buches und der Bibliothek gehören, abgehalten. Die sechs Dissertationen, die Aloys Ruppel betreute, waren jedoch ausschließlich der älteren Druck- und Verlagsgeschichte gewidmet.
Exkursion zur Ausstellung „Druck und Papier" in Düsseldorf.

Dissertation:

Peter Baader: Das Druck- und Verlagshaus Albin Strohecker zu Mainz (1598-1631). 1954. In: AGB I (1958), S. 513-569.

1955

Ruppel arbeitete sehr gerne mit originalen Handschriften und Frühdrucken, die er aus den Beständen der Stadtbibliothek und der Bibliothek des Gutenberg-Museums bereitstellte. Dabei half anregend und beratend Ruppels Assistent Helmut Presser, der 1962 Ruppels Nachfolger als Direktor des Gutenberg-Museums wurde.
Ruppel führte mit seinem Seminar auch bereits Exkursionen durch, etwa zur DRUPA nach Düsseldorf oder zur Papierfabrik Waldhof. Unter den Gastrednern, die er in sein Seminar einlud, gehörte z.B. schon sehr früh Hermann Zapf.

Dissertation:

Hildegard Starp: Das Frankfurter Verlagshaus Schönwetter 1598-1726.
1955. In: AGB I (1958), Sp. 38-113.

1957

Dissertation

Reimar Walter Fuchs: Die Mainzer Frühdrucke mit Buchholzschnitten 1480-1500. In: AGB II (1960), Sp.1-129.

1958

Dissertation:

Erhard Klöß: Der Frankfurter Drucker-Verleger Weigand Han und seine Erben (1555-1581), ein Beitrag zur Geschichte des Frankfurter Buchgewerbes im 16. Jahrhundert. 1958. In: AGB II (1960), S. 309-374.

1960

Dissertation:

Isabel Heitjan: Die Buchhändler, Verleger und Drucker Bencard 1636-1762. 1960. In: AGB III (1961), Sp. 613-980.

1961

Dissertation:

Hans-Dieter Dyroff: Gotthard Vögelin, Verleger, Drucker, Buchhändler 1597-1631. 1961. In: AGB IV (1963), Sp. 1129-1424.

1963

Aloys Ruppel folgt einer Einladung des libanesischen Buchdruckerverbandes, um an der „Woche des Alphabets" in Beirut teilzunehmen.

1964

Vortragsreise von Aloys Ruppel in die USA: Chicago, Cleveland, New York und Ohio.

Dissertation:

Günter Richter: Christian Egenolffs Erben 1555-1667. 1964. In: AGB VII (1967), Sp. 449-1130.

1965

Publikation:

Hans Widmann (Hrsg.): Der deutsche Buchhandel in Urkunden und Quellen. 2 Bde. Hamburg 1965.

1966 Emeritierung Prof. Ruppels

Als Aloys Ruppel Ende 1966 emeritiert wurde, entstand zuerst eine Vakanz, da unklar war, ob der Lehrstuhl von der Stadt weitergetragen werden sollte. In dieser Zeit nahm Josef Benzing, Oberbibliotheksrat an der Mainzer Universitätsbibliothek, die Lehraufgaben mit einem vierstündigen Lehrauftrag wahr.

1967

Im Sommersemester finden die letzten Lehrveranstaltung von Aloys Ruppel statt:
  • „Bücher und Bibliotheken. Von ihren Anfängen bis zur Erfindung der Buchdruckerkunst"
  • „Die Bibel buchkundlich gesehen (in Handschriften, Drucken und Illustrationen)".

1968 Übernahme des Lehrstuhls durch das Land Rheinland-Pfalz und Berufung Hans Widmanns

1968 wurde Dr. Hans Widmann aus Tübingen berufen und vom Kultusministerium beauftragt, das Buchwesen in seiner ganzen Breite vom Altertum bis zur Gegenwart zum Lehrgegenstand zu machen.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

Dr. Alfred Swierk (1968-1983)

1970

Dissertation:

Claus W. Gerhardt: Die Anfänge des Prägedrucks. Ein Beitrag zur Geschichte der Druckmaschinen und Druckverfahren. 1970. Darmstadt: Blaschke & Ducke 1969. 248 S.

1971 Einführung des Studienabschlusses Magister

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

Dr. Claus W. Gerhardt (1971-1991)

1972 Ehrung Prof. Ruppels

Das große Bundesverdienstkreuz wird Prof. Ruppel vom rheinlandpfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl im Auftrag des Bundespräsidenten verliehen.

1973 Umbenennung in Institut für Buchwesen

Gleichzeitig wurden von nun an regelmäßig Mittel für den Aufbau der Bibliothek des Instituts bereitgestellt. Die Bibliothek umfaßt heute ca. 13.000 Titel, während sie 1976 erst 1.450 Titel aufwies.

1975 Emeritierung Prof. Widmanns

Publikation:

Hans Widmann: Geschichte des deutschen Buchhandels vom Altertum bis zur Gegenwart. Neubearb. und erweiterte Aufl. Wiesbaden 1975.

1976

Dr. Hans-Joachim Koppitz wird zum ordentlichen Professor für Buchwesen und als Leiter des Instituts nach Mainz berufen.

1977

Dissertation:

Aribert A. Lamperstorfer: Entwicklung und gegenwärtiger Stand des südafrikanischen Universitätsbibliothekswesens mit einer Einführung in die Geschichte der Universität. 1977. 366 S.

Publikation:

Hans-Joachim Koppitz: Grundzüge der Bibliographie. München 1977.

1978

Einführung einer Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels

1979 Drastischer Anstieg der Studierendenzahlen

Buchwesen kann als Haupt-, Neben- und Zusatzfach studiert werden. Von den 309 eingeschriebenen Studierenden studieren 57 Buchwesen als Hauptfach.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

Dr. Heinz Finger (1979-1982)

1980

Dissertationen:

Heinz Kroehl: Der Buchumschlag als Gegenstand kommunikationswissenschaftlicher Untersuchungen. 1980. 511 S.
Rolf Stümpel: Die manuelle Reproduktion, ihre Entwicklung von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zu ihrer Ablösung durch die Reproduktions-Photographie, dargestellt an charakteristischen Beispielen. 1980. 152 S. u. Anhang.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Gabriele Müller-Oberhäuser (1980-1983)

1981

Symposion: „Inwiefern können moderne wissenschaftliche Methoden der Gutenberg- und Inkunabelforschung neue Impulse vermitteln?"
(Publiziert im Gutenberg-Jahrbuch 1983, S. 13-104)

1982 Einrichtung Lehrdruckerei

Im Sommersemester Erhöhung des Unterrichtsangebots auf 30 Semesterwochenstunden. In der neu eingerichteten Lehrdruckerei entstehen am 26. Oktober 1982 die ersten Probedrucke. Am 20. Dezember 1982 wird die Lehrdruckerei eröffnet.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Kristina Heide (1982-1987)

1983

Exkursion nach Berlin. Programm: Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Berlin-Museum, Deutsche Staatsbiblitohek Ost-Berlin, Kupferstichkabinett Ost-Berlin, Graphisches Zentrum.

1984

Exkursion nach Budapest und Wien. Programm: Budapest: Universitätsbibliothek, Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Nationalbibliothek Széchényi, Stadtbibliothek, Vereinigung der Ungarischen Buchverlage und Vertriebsunternehmen;
Wien: Universitätsbibliothek, Nationalbibliothek, Stadt- und Landesbibliothek, Österreichische Staatsdruckerei.
Symposion über illustrierte Bücher des 16. Jahrhunderts.
(Publiziert im Gutenberg-Jahrbuch 1986, S. 15-146)

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Hans-Dieter Graf (1984-1988)

1985 Honorarprofessur für Dr. Elmar Mittler (Heidelberg)

Exkursion in die Schweiz und den Bodenseeraum. Programm: Donaueschingen - Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek; Konstanz - Univ.-Bibliothek; St. Gallen - Stiftsbibliothek, Kantonsbibliothek; Zürich - Thomas Mann Archiv, ETH-Bibliothek, Zentralbibliothek, Schweizerischer Buchhändler- und Verlegerverband, Neue Zürcher Zeitung, Benziger Verlag.

1986

Exkursion nach Bayern und Österreich. Programm: Augsburg - Staats- und Stadtbibliothek, Universitätsbibliothek; München - Bayerische Staatsbibliothek, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Saur Verlag, Städtische Bibliotheken, Bibliothek des Deutschen Museums; Salzburg - Bibliothek der Erzabtei St. Peter, Universitätsbibliothek; Eichstätt - Univ.-Bibliothek.
Symposion über die Verbreitung von Drucken in den Landessprachen im 15. und 16./17. Jahrhundert.
(Publiziert im Gutenberg-Jahrbuch 1987, S. 16-127).

1987

Exkursion nach Fulda, Göttingen, Kassel, Gütersloh, Bergisch Gladbach. Programm: Fulda - Hessische Landesbibliothek; Göttingen - Nierdersächsische Staats- und Universitätsbibliothek; Kassel - Gesamthochschulbibliothek/Landesbibliothek/Murhardsche Bibliothek;
Gütersloh - Stadtbibliothek, Bertelsmann AG; Bergisch Gladbach - Zanders Feinpapiere AG.

1988

Exkursion in die DDR. Programm: Leipzig - Börsenverein der Deutschen Buchhändler, Deutscher Bücherei, Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Insel Verlag, Fachgruppe Buchgewerbe im Kulturbund der DDR; Dresden - Graphischer Großbetrieb Völkerfreundschaft; Gotha - Forschungsbibliothek; Weimar - Nationale Forschungs- und Gedenkstätten.
Exkursion nach Nördlingen und Stuttgart. Programm: Nördlingen - Verlag und Druckerei Franz Greno; Stuttgart - Württembergische Landesbibliothek, Ernst Klett Verlag.
Symposion über die Neugründung wissenschaftlicher Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland nach dem 2. Weltkrieg.
(Hans-Joachim Koppitz (Hrsg.): Die Neugründung wissenschaftlicher Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland (Beiträge zur Bibliothekstheorie und Bibliotheksgeschichte Bd.5). München u.a. 1990)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

Dr. Roger Münch

1989

Exkursionen nach Basel und Straßburg. Programm: Basel - Universitätsbibliothek, Museum für Gestaltung, Basler Papiermühle/Schweizer Papiermuseum & Museum für Schrift und Druck, Allgemeine Lesegesellschaft; Straßburg - National- und Universitätsbibliothek.
Exkusrion nach Waldsassen und in die CSSR. Programm: Waldsassen - Klosterbibliothek, Tepl - Klosterbibliothek; Prag - Nationalmuseum, Verlag Artia, Staatsbibliothek, Ministerium für Kultur (Abteilung Literatur und Buchkultur), Archiv der Karlsuniversität, Strahover Bibliothek; Zdár nad Sázavou - Buchmuseum.
Symposion zum Thema „Das Schicksal der vielen Bücher - heute und morgen."
(Publiziert im Gutenberg-Jahrbuch 1991, S. 15-75).

Dissertationen:

Ernst-Peter Biesalski: Die Mechanisierung der Buchbinderei 1850 -1900 in Deutschland. 1989. In: AGB (1991), S. 1-94.
Dimitrios Grammatikos: Leben und Werk von Nikodemos Metaxas II. Die erste griechische Druckerei in Konstantinopel und auf Kephalonia. 1989. 372 Sp. u. 184 S. Literaturverz. u. Anhang.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dr. Ute Schneider

1990

Exkursionen nach Marbach und Stuttgart. Programm: Deutsches Literaturarchiv, Firma Koch, Neff & Oetinger.
Exkursion nach Berlin. Programm: Informationszentrum Berlin, Deutsche Staatsbibliothek, Bibliothek der Humboldt-Universität, Aufbau-Verlag, Bundesanstalt für gesamtdeutsche Angelegenheiten, Kunstbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Verlag Walter de Gruyter & Co., Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz.
Exkursion nach Würzburg und Bamberg. Programm: Würzburg - Universitätsbibliothek; Bamberg - Stadtbibliothek.
Symposion zum Thema „Typographie heute - 550 Jahre nach Gutenberg".

Dissertationen:

Thomas Lick: Friedrich Zarncke und das „Literarische Centralblatt für Deutschland". Eine buchgeschichtliche Untersuchung. Wiesbaden: Harrassowitz 1993.
Roger Münch: Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (1764-1832). Ein Beitrag zur Berufsgeschichte der Verleger. Engelsbach, Köln, New York: Hänsel-Hohrnhausen 1993.

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Dr. Thomas Lick (1991-1993)
Christoph Schäfer (1991)

1991

Exkursion nach Marbach und Stuttgart. Programm: Marbach - Deutsches Literaturarchiv, Schiller-Nationalmuseum; Stuttgart - Firma Koch, Neff & Oetinger.
Exkursion nach Regensburg. Programm: Thurn und Taxis’sche Hofbibliothek, Staatliche Bibliothek, Universitätsbibliothek.
Dissertationen:
Martina Graf (geb. Köhler): Buch- und Lesekultur in Braunschweig zur Zeit der Spätaufklärung unter Herzog Karl Wilhelm Ferdinand (1780-1806). 1991.

1992 Emeritierung Prof. Koppitz; Berufung von Prof. Dr. Stephan Füssel (Regensburg) auf den Lehrstuhl.

Exkursion nach Weimar. Programm: Schillerhaus. Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Goethe-Haus, Liszthaus, Cranachhaus (Leitung: Prof. Füssel).
Im WS 1992/93 sind die polnischen Kollegen Proff. Dr. Migon (Wroclaw), Jan Pirozynski (Krakow) und Rietz (Torun) als Gastprofessoren am Institut tätig.
 

1993 Erweiterung des Lehrpersonals

 
Durch die Berufungsverhandlungen wird eine zweite Professur auf Zeit eingerichtet, die Prof. Dr. Ernst Fischer erhält. Als neue wissenschaftliche Mitarbeiterinnen werden eingestellt:
Dr. Rosamunde Gräfin von der Schulenburg (Drittmittelförderung durch die Stiftung Internationale Buchillustration von Kritter);
Dr. des. Doris Lösch
Exkursion nach Göttingen, Hildesheim und Wolfenbüttel. Programm: UB Göttingen, Bibliotheca Augusta, Dombibliothek Hildesheim, Roemer- und Pelizaeus-Museum, Ausstellung: „Bernward und die Kunst der Ottonen"
 

1994 Erstes Mainzer Kolloquium

Das Instituts veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem „Der Verlag als Geschäftsbetrieb" (Leitung: Prof. Dr. Hans Altenhein).
Exkursion nach Paris. Programm: Bibliothèque de l’Arsenal, Bibliothèque National de la France, Bibliothèque Sainte Geneviève, Bibliothèque de la Sorbonne, Centre Georges Pompidou, Bibliothèque Mazarine (Leitung: Prof. Dr. Elmar Mittler)
Dissertationen:
Amin Doumit: Deutsche illustrierte Bibeln vor Luther.
Ute Schneider: Friedrich Nicolais Allgemeine Deutsche Bibliothek als Integrationsmedium der Gelehrtenrepublik. Wiesbaden 1995 (= Mainzer Studien zu Buchwissenschaft 1).
Itai Joseph Tamari: Hebräische Schriftgestaltung in Deutschland von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges, unter besonderer Berücksichtigung der „Frank Rühl-Lettern".
Lehrbeauftragte: Prof. Dr. Hans Altenhein, Dr. Franz Josef Görtz (FAZ), Prof. Dr. Wolfgang Milde (HAB Wolfenbüttel), Bernt Ture von zur Mühlen, Dr. Uwe Wittstock (S. Fischer)

1995 Desktop-Publishing in der Lehrdruckerei

Die Firma Linotype-Hell AG stiftet eine DTP-Anlage mit vier Arbeitsplätzen.
Das Institut bezieht adäquate neue Räumlichkeiten im Philosophicum, Welderweg 18, die Arbeitsplätze in der Bibliothek verdreifachen sich.
Exkursion nach Wien. Programm: Bibliothek Stift Melk, Österreichische Nationalbibliothek, Museum für angewandte Kunst, Stift Göttweig (Leitung: Prof. Ernst Fischer)
Tagung:
Zweites Mainzer Kolloquium zum Thema „Aspekte der Buchillustration im 20. Jahrhundert".

Dissertation:

Thomas Richter: Die Aufhebung der Preisbindung für Bücher. Fallbeispiel Schweden. Wiesbaden 1995 (= Mainzer Studien zur Buchwissenschaft 3).

Publikation:

Hans Altenhein (Hrsg.): Probleme des Verlagsgeschäfts. Wiesbaden 1995 (= Mainzer Studien zur Buchwissenschaft 2).
Lehrbeauftragte: Prof. Dr. Hans Altenhein, PD Dr. Alfred Estermann, Dr. Otto Martin, W. Robert Müller, Bernt Ture von zur Mühlen

1996

Im Sommersemester sind 618 Studierende in das Fach Buchwesen eingeschrieben, davon belegen 230 Buchwesen als Hauptfach. 48 Studierende legen ihr Examen ab.
In Zusammenarbeit mit der Sendung „Kulturzeit" in 3sat entwickelt Prof. Füssel gemeinsam mit Dr. Michael Schmitt eine eigene Fernsehserie, die Themen des Buches zur populären Sendezeit um 19.20 Uhr zeigt.
Professor Füssel wird zugleich zum wissenschaftlichen Direktor des Forschungsinstituts „Lesen und Medien der Stiftung Lesen an der Universität Mainz" gewählt. Aufgabe des Forschungsinstituts ist es unter anderem vierteljährlich einen Newsletter "Lesen und Medien" zu veröffentlichen.
Beteiligung am Graduiertenkolleg der DFG „Geistliches Lied/Gesangbuchforschung" gemeinsam mit den Kollegen der Theologischen Fakultäten, der Germanistik und der Musikwissenschaft (Prof. Dr. Stephan Füssel, Doktorandin: Natalie Soullier).
Seit Frühjahr 1996 verfügt das Institut für Buchwesen über eine eigene Homepage.
Exkursion nach Brüssel, Antwerpen und Amsterdam. Programm: Koninklijke Bibliotheek Albert Ier, Museum Plantin Moretus, Universitätsbibliothek Amsterdam, Institut für Sozialgeschichte (Leitung: Dr. Roger Münch, Dr. Ute Schneider).
Tagung:
Drittes Mainzer Kolloquium zum Thema „Das Lektorat in Geschichte und Gegenwart".

Dissertation:

Susanne Buchinger: Stefan Zweig - Schriftsteller, Vermittler und literarischer Berater. Eine Untersuchung der Beziehungen zu seinen deutschsprachigen Verlegern 1901-1942.
Christina Killius: Die Antiqua-Fraktur-Debatte um 1800 und ihre historische Herleitung.
Heike Kornfeld: Die Entwicklung des Druckgewerbes in Mainz vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1816-1914).
Hedwig Nosbers: Polnische Literatur in der Bundesrepublik Deutschland 1945/49-1990. Buchwissenschaftliche Aspekte.
Publikationen:
Stephan Füssel: Die Welt im Buch. Mainz 1996. (= Kleiner Druck der Gutenberg-Gesellschaft 111)
Rosamunde Neugebauer (Hrsg.): Aspekte der Buchillustration im 20. Jahrhundert. Wiesbaden 1996 (= Mainzer Studien zur Buchwissenschaft 5).
Lehrbeauftragte: Prof. Dr. Hans Altenhein, PD Dr. Alfred Estermann, Dr. Christine Haug, Dr. Mark Lehmstedt, W. Robert Müller

1997 Fünfzig Jahre akademische Buchwissenschaft in Mainz

Exkursion nach Rom. Programm: Biblioteca Vaticana, Collegio Greco, Universitätsbibliothek Sapienza, Biblioteca Nazionale Centrale, Biblioteca Angelica, Biblioteca Casanatense (Leitung: Prof. Dr. Elmar Mittler, Prof. Dr. Stephan Füssel)
Tagung:
Viertes Mainzer Kolloquium zum Thema „Die Auswirkungen des elektronischen Publizierens auf die Verlagspraxis" (Leitung: W. Robert Müller, Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt/M.).

Publikation:

Stephan Füssel: Georg Joachim Göschen. Ein Verleger der Spätaufklärung und der deutschen Klassik. Bd. 1. Studien zur Verlagsgeschichte und zur Verlegertypologie der Goethezeit. Bd. 2. Verlagsbibliographie. Bd. 3. Repertorium der Verlagskorrespondenz (gem. mit Sabine Doering). Berlin: de Gruyter 1997.
Lehrbeauftragte: Prof. Dr. Hans Altenhein, Dr. Falk Eisermann, Dipl. design. Albrecht Ernst, PD Dr. Alfred Estermann, Dr. Sabine Griese, Dr. Otto Martin, W. Robert Müller, Dr. Rainer Weiss

Sommersemester 1997

Umbenennung in „Institut für Buchwissenschaft".
18.-21. Juni Jubiläumstagung mit Buchwissenschaftlern aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland
Wissenschaftlicher Mitarbeiter:
Franz Jürgen Götz M.A.

Die Dozentinnen und Dozenten

Institutsleiter:
Universitätsprofessor Dr. Stephan Füssel
Inhaber des „Gutenberg-Lehrstuhl" seit 1. Oktober 1992. Er studierte Germanistik, Geschichte und Soziologie mit den Schwerpunkten Frühdruckforschung und Buchwissenschaft in Göttingen. Dort wurde er 1983 mit einer Arbeit über die italienisch - deutschen Kulturbeziehung in der Frühdruckzeit promoviert, 1991 habilitierte er sich in Regensburg mit einer Verlagsgeschichte des bedeutendsten Verlegers der Spätaufklärung und der Klassik, Georg Joachim Göschen (1752 - 1828). Seit 1987 ist er Präsident der „Willibald-Pirckheimer-Gesellschaft zur Erforschung von Renaissance und Humanismus e.V." in Nürnberg und seit 1992 Vorsitzender des Wolfenbütteler Arbeitskreises zur Geschichte des Buchwesens, ebenso ordentliches Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main. Einer der Arbeitsschwerpunkte ist die Weiterführung der „Deutschen Buchhandelsgeschichte" im Auftrag des Börsenvereins. Als Vorstandsmitglied der Gutenberg-Gesellschaft gibt er seit 1994 auch das Gutenberg-Jahrbuch heraus.

 

Zum Anfang dieser Seite Diese Seite zuletzt aktualisiert am 23.Juni 1999 von Detlev Franz